Konstante Temperatur als Erfolgsfaktor: Technische Gebäudeausrüstung für die Industriehalle der BERGHOFF GmbH in Drolshagen

Kon­stan­te Tem­pe­ra­tur als Erfolgs­fak­tor: Tech­ni­sche Gebäu­de­aus­rüs­tung für die Indus­trie­hal­le der BERG­HOFF GmbH in Drol­s­ha­gen

Technische Gebäudeausrüstung für die Industriehalle von Berghoff GmbH in Drolshagen-Germinghausen.

 

Inge­nieur­bü­ro Bie­ker & Part­ner plant die TGA für eine Prä­zi­si­ons­fer­ti­gung mit höchs­ten Ansprü­chen

Wenn auf den Hun­derts­tel­mil­li­me­ter genau gefräst wird, kann bereits ein Grad Cel­si­us über Maß­hal­tig­keit oder Aus­schuss ent­schei­den. Genau die­ser Anspruch stand im Mit­tel­punkt eines Pro­jekts, das das Inge­nieur­bü­ro Bie­ker & Part­ner GmbH aus Drol­s­ha­gen-Her­pel (Kreis Olpe) für die BERG­HOFF GmbH & Co. KG rea­li­siert hat: die Pla­nung der kom­plet­ten tech­ni­schen Gebäu­de­aus­rüs­tung (TGA) für eine Hal­len­er­wei­te­rung inklu­si­ve Ver­wal­tungs- und Sozi­al­be­reich. Das Ener­gie­kon­zept wur­de von Beginn an so aus­ge­legt, dass auch die inzwi­schen rea­li­sier­te zwei­te Hal­le sowie der der­zeit im Bau befind­li­che Rein­raum mit­ver­sorgt wer­den kön­nen.

BERG­HOFF zählt seit über 40 Jah­ren zu den welt­weit füh­ren­den Spe­zia­lis­ten für die hoch­prä­zi­se mecha­ni­sche Bear­bei­tung kom­ple­xer Bau­tei­le, Bau­grup­pen und Modu­le – unter ande­rem für die Halb­lei­ter­indus­trie, die Luft- und Raum­fahrt, die Ener­gie­tech­nik und die Medi­zin­tech­nik. Auf den CNC-Bear­bei­tungs­zen­tren am Stand­ort Drol­s­ha­gen ent­ste­hen Kom­po­nen­ten mit höchs­ter Prä­zi­si­on – eine Anfor­de­rung, die sich unmit­tel­bar in der Gebäu­de­tech­nik und ins­be­son­de­re in der Indus­trie­kli­ma­ti­sie­rung wider­spie­gelt.

Die zen­tra­le Her­aus­for­de­rung: ther­mi­sche Län­gen­aus­deh­nung beherr­schen

Metal­le deh­nen sich bei Wär­me aus und zie­hen sich bei Käl­te zusam­men. Was im All­tag kaum ins Gewicht fällt, wird in der Prä­zi­si­ons­fer­ti­gung zum kri­ti­schen Fak­tor: Schwan­kun­gen der Raum­tem­pe­ra­tur ver­än­dern die Maße von Werk­stü­cken, Werk­zeu­gen und Maschi­nen – und damit die Fer­ti­gungs­ge­nau­ig­keit. Bei Tole­ran­zen im Mikro­me­ter­be­reich, wie sie bei BERG­HOFF erreicht wer­den, ist eine kon­stan­te Raum­tem­pe­ra­tur kei­ne Kom­fort­fra­ge, son­dern eine Grund­vor­aus­set­zung für repro­du­zier­ba­re Qua­li­tät.

Die pla­ne­ri­sche Vor­ga­be war ent­spre­chend ein­deu­tig: In den Pro­duk­ti­ons­hal­len ist ganz­jäh­rig eine Tem­pe­ra­tur von 18 bis 22 °C sicher­zu­stel­len. Gleich­zei­tig geben die Maschi­nen selbst erheb­li­che Wär­me­men­gen an die Umge­bung ab. Im End­aus­bau ist mit rund 90 kW Abwär­me aus den CNC-Bear­bei­tungs­zen­tren zu rech­nen, die zusätz­lich zu den Las­ten aus Gebäu­de­hül­le und Son­nen­ein­strah­lung abge­führt wer­den muss. Die­se Abwär­me wirkt dabei ambi­va­lent: Sie erhöht im Som­mer den Kühl­be­darf, kann im Win­ter jedoch als wert­vol­le Ener­gie­quel­le genutzt wer­den.


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War­um Käl­te­tech­nik statt klas­si­scher Was­ser­küh­lung zum Ein­satz kommt

Die Kühl­last­be­rech­nung zeig­te, dass die hohen Las­ten im Hal­len­be­reich wirt­schaft­lich nicht sinn­voll über ein was­ser­ge­führ­tes Sys­tem abge­führt wer­den kön­nen. Die Lösung besteht in einer Kli­ma­ti­sie­rung mit­tels Käl­te­tech­nik mit Direkt­ver­damp­fung, die sowohl kühlt als auch heizt. Meh­re­re Kanal­ge­rä­te im Umluft­be­trieb kon­di­tio­nie­ren die Hal­len­luft, wäh­rend die Außen­ein­hei­ten tech­nik­raum­nah, etwa auf dem Dach, instal­liert sind. Auf die­se Wei­se lässt sich das enge Tem­pe­ra­tur­fens­ter ganz­jäh­rig zuver­läs­sig ein­hal­ten.

Ein ganz­heit­li­ches TGA-Kon­zept über alle Gewer­ke

Kenn­zeich­nend für die Pla­nung ist ihr inte­gra­ler Ansatz: Bie­ker & Part­ner hat als Fach­pla­ner sämt­li­che rele­van­ten Gewer­ke kon­se­quent auf­ein­an­der abge­stimmt – von Sani­tär, Hei­zung, Lüf­tung und Käl­te über Gebäu­de­au­to­ma­ti­on bis hin zur Druck­luft­ver­sor­gung.

Die Lüf­tungs­tech­nik folgt einem effi­zi­en­ten Gesamt­kon­zept: Für die Hal­len wur­de eine zen­tra­le RLT-Anla­ge mit einer Luft­leis­tung von rund 40.000 m³/h aus­ge­legt, die Hal­le A, Hal­le B sowie den Rein­raum ver­sorgt. Die­se Bün­de­lung macht ein zwei­tes Lüf­tungs­ge­rät über­flüs­sig. Die Zuluft wird – wie im Bestand erprobt – über Quell­luft­aus­läs­se zug­frei in die Hal­le ein­ge­bracht und sorgt so für ange­neh­me Arbeits­be­din­gun­gen. Die Käl­te­re­gis­ter sind auf hohe Vor­lauf­tem­pe­ra­tu­ren aus­ge­legt, um den Ein­satz frei­er Küh­lung zu ermög­li­chen.

Auch die Wär­me- und Käl­te­er­zeu­gung ist auf Zukunfts­fä­hig­keit aus­ge­legt: Herz­stück ist eine zen­tra­le Tech­nik­zen­tra­le mit einer Luft-Was­ser-Wär­me­pum­pe. Sie ver­sorgt den Sozi­al- und Büro­be­reich, die Warm­was­ser­be­rei­tung sowie die Lüf­tungs­an­la­gen. Die Dimen­sio­nie­rung erfolg­te bewusst mit Blick auf die Erwei­te­rung, sodass auch die zwei­te Hal­le inklu­si­ve Rein­raum inte­griert wer­den konn­te. Eine zusätz­li­che Ener­gie­zen­tra­le wäre wirt­schaft­lich nicht sinn­voll gewe­sen – eine Ent­schei­dung, die sich mit der bereits rea­li­sier­ten Erwei­te­rung bestä­tigt hat.

Abwär­me wird kon­se­quent genutzt: Der Druck­luft­kom­pres­sor ist über einen inte­grier­ten Plat­ten­wär­me­tau­scher in die Wär­me­rück­ge­win­nung ein­ge­bun­den und kann bis zu 38,6 kW Wär­me­leis­tung in das Heiz­sys­tem ein­spei­sen. Zusam­men mit der Maschi­nen­ab­wär­me redu­ziert dies den exter­nen Ener­gie­be­darf deut­lich. Beson­ders effi­zi­ent ist die Nut­zung die­ser Ener­gie für die Warm­was­ser­be­rei­tung: Boos­ter-Wär­me­pum­pen heben das ver­gleichs­wei­se nied­ri­ge Tem­pe­ra­tur­ni­veau gezielt an und ver­sor­gen eine zen­tra­le Frisch­was­ser­sta­ti­on. So wird bis­lang unge­nutz­te Abwär­me in einen kon­kre­ten ener­ge­ti­schen Nut­zen über­führt.

Trink­was­ser­hy­gie­ne und Pro­zess­me­di­en

Auch die Trink­was­ser­in­stal­la­ti­on wur­de kon­se­quent auf Hygie­ne aus­ge­legt. Für die Fer­ti­gungs­pro­zes­se steht voll­ent­salz­tes Was­ser aus einer Umkehr­os­mo­se­an­la­ge zur Ver­fü­gung. Die Dach- und Not­ent­wäs­se­rung der Hal­len erfolgt über ein Druck­ent­wäs­se­rungs­sys­tem, aus­ge­legt auf die stand­ort­spe­zi­fi­schen Regen­spen­den der Regi­on Olpe.

Ener­gie­ef­fi­zi­enz als Pla­nungs­prin­zip

Ener­gie­ef­fi­zi­enz war von Beginn an ein inte­gra­ler Bestand­teil der Pla­nung – auch vor dem Hin­ter­grund stei­gen­der CO₂-Kos­ten. Der Ein­satz rege­ne­ra­ti­ver Ener­gie über die Wär­me­pum­pe, die Wär­me­rück­ge­win­nung aus Abluft, Maschi­nen und Druck­luft sowie die Nut­zung frei­er Küh­lung grei­fen inein­an­der und bil­den ein schlüs­si­ges Gesamt­sys­tem. Das Ergeb­nis ist eine nach­hal­ti­ge Gebäu­de­tech­nik, die sowohl den hohen Anfor­de­run­gen der Prä­zi­si­ons­fer­ti­gung gerecht wird als auch Betriebs- und Emis­si­ons­kos­ten lang­fris­tig senkt.

Prä­zi­si­on braucht das rich­ti­ge Umfeld

Das Pro­jekt ver­deut­licht, wie eng Fer­ti­gungs­qua­li­tät und Gebäu­de­tech­nik mit­ein­an­der ver­knüpft sind. Eine Indus­trie­hal­le, in der im Mikro­me­ter­be­reich gear­bei­tet wird, ist nur so leis­tungs­fä­hig wie ihr ther­mi­sches Umfeld. Mit der ganz­heit­li­chen Pla­nung aller Gewer­ke – von der sta­bi­len Tem­pe­ra­tur­füh­rung über die Indus­trie­kli­ma­ti­sie­rung bis hin zur intel­li­gen­ten Nut­zung vor­han­de­ner Abwär­me und einer zukunfts­si­cher dimen­sio­nier­ten Ener­gie­zen­tra­le – wur­de für BERG­HOFF die Grund­la­ge für eine dau­er­haft prä­zi­se und wirt­schaft­li­che Fer­ti­gung geschaf­fen.

 

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